Ilulissat-Eisfjord — wo Eisberge geboren werden
Der Ilulissat-Eisfjord an Grönlands Westküste ist UNESCO-Weltnaturerbe — und das mit gutem Grund. Der Sermeq-Kujalleq-Gletscher kalbt hier pro Jahr rund 35 Milliarden Tonnen Eis in den Fjord. Das sind etwa 10 % aller grönländischen Eisberge und rund 7 % aller atlantischen.
Die Eisberge, die hier entstehen, sind oft kilometerlang und können bis zu 1.000 Meter tief reichen. An der Mündung des Fjords bildet sich eine „Eisberg-Barriere" — ein natürliches Ausleseverfahren: Nur kleinere Eisberge treiben weiter in die Diskobucht.
Der Name „Ilulissat" bedeutet in der grönländischen Sprache schlicht „Eisberge". Die Stadt selbst ist mit rund 4.700 Einwohnern die drittgrößte Grönlands und Heimat von mehr Schlittenhunden als Menschen.
Wer einmal bei Sonnenuntergang auf einem Expeditionsschiff zwischen den gewaltigen blauen und weißen Eisskulpturen gleitet, versteht sofort: Das ist kein Gletscher, den man einfach anschaut — das ist eine Landschaft, die arbeitet, atmet, kracht und lebt.