Acht Tage im Norden Spitzbergens, zwischen Walfängergräbern und Packeis – an Bord der Ocean Albatros, die mit 175 Gästen klein genug ist, um dort anzulanden, wo größere Schiffe vorbeifahren müssen.
Die Route führt zunächst in den Nordwest-Spitzbergen-Nationalpark. Auf Amsterdamøya liegen die Ziegelfundamente von Smeerenburg, der „Speckstadt", die niederländische Walfänger 1619 errichteten: Reste der Tranöfen, in denen Walspeck zu Öl gekocht wurde, und die Gräber junger Seeleute, die den Winter nicht überstanden. Entdeckt hatte die Inselgruppe 1596 Willem Barents, der eigentlich die Nordostpassage suchte.
Weiter nordöstlich verliert der warme Westspitzbergenstrom seine Kraft. Hier beginnt echte Polarwüste: Gletscher schieben sich bis ins Wasser, Polarfüchse laufen die Strandterrassen ab, und an den Basaltklippen brüten Dickschnabellummen zu Zehntausenden. Von Nordaustlandet und den Sjuøyane aus – rund 1.000 Kilometer nördlicher als das Nordkap – nimmt das Schiff Kurs auf das Packeis.
Dort draußen, wo das Eis bis zum Nordpol reicht, hängt ein ganzes Ökosystem an einem Fisch: Der Polardorsch lebt in den Spalten der Schollen und ernährt Seevögel und Robben, die wiederum den Eisbären ernähren. Wie weit die Ocean Albatros hineinfährt, entscheidet das Eis, nicht der Fahrplan.
Zum Abschluss geht es in den Kongsfjord, eingerahmt von den drei Bergen Dana, Svea und Nora – den Tre Kroner, benannt nach Dänemark, Schweden und Norwegen. In Ny-Ålesund auf 79° Nord steht noch der Ankermast, an dem 1926 das Luftschiff „Norge" festgemacht war, bevor Roald Amundsen damit zum Nordpol aufbrach. Heute forschen hier Stationen aus elf Ländern.
Ob Eisbär, Walross oder Blauwal vor die Kamera kommen, kann niemand versprechen. Die Expeditionsleitung entscheidet täglich neu nach Eis, Wind und Sicht – und genau das macht den Unterschied zu einer Kreuzfahrt mit festem Hafenplan.