Die kompakte Woche im Norden Spitzbergens: sieben Tage an Bord der Ocean Albatros, dieselben Ziele wie auf der längeren Mitternachtssonnen-Route, nur mit einem Schiffstag weniger – für alle, die den Urlaub nicht um zwei Wochen dehnen wollen.
Ab Longyearbyen geht es nach Nordwesten in den 1973 gegründeten Nationalpark. Auf Amsterdamøya liegen die Ziegelfundamente von Smeerenburg, wo niederländische Walfänger ab 1619 Walspeck zu Tran kochten; daneben die Gräber von Männern, die den Winter nicht überlebten. Willem Barents hatte die Inselgruppe 1596 auf der Suche nach der Nordostpassage entdeckt.
Im Nordosten endet der Einfluss des warmen Westspitzbergenstroms. Gletscher schieben sich bis ins Wasser, und an den Basaltwänden brüten Dickschnabellummen in dichten Kolonien – die Zodiacs fahren dicht genug heran, dass man den Lärm und den Geruch mitbekommt. Auf den Strandterrassen grasen Svalbard-Rene, die kleinste Rentierunterart der Welt, die hier ohne natürliche Feinde lebt.
Von Nordaustlandet und den Sjuøyane – gut 1.000 Kilometer nördlicher als das Nordkap – nimmt das Schiff Kurs auf das Packeis. Dort hängt das Ökosystem am Polardorsch, der in den Spalten der Schollen lebt: er ernährt Seevögel und Robben, und die wiederum den Eisbären. Wie weit die Ocean Albatros hineinfährt, entscheidet das Eis.
Zurück geht es durch den Kongsfjord mit den Tre Kroner – Dana, Svea und Nora, benannt nach Dänemark, Schweden und Norwegen. In Ny-Ålesund auf 79° Nord steht noch der Ankermast, an dem 1926 das Luftschiff „Norge" vertäut war, bevor Roald Amundsen damit zum Nordpol aufbrach.
Ob ein Eisbär vor die Kamera kommt, kann niemand versprechen. Die Expeditionsleitung entscheidet täglich nach Eis, Wind und Sicht – das ist der Unterschied zu einer Kreuzfahrt mit festem Hafenplan.