Inhabergeführt seit 2000 · Persönliche Beratung
Mo–Fr 10–12:30 · 13:30–18 Uhr +49 2234 657915 travel@leguan-reisen.de
← Ratgeber Antarktis
Vor der Buchung

Die Drake-Passage: wie schlimm wird es wirklich?

Das Wichtigste in Kürze
  • Dauer: zwei Tage in jede Richtung
  • Erwartung: „Drake Shake" oder „Drake Lake" — beides kommt vor, vorhersagen lässt es sich nicht
  • Wichtigster Rat: vorbeugend behandeln, bevor die Übelkeit einsetzt
  • Alternative: Fly-Cruise ab Punta Arenas spart vier Seetage, kostet pro Tag aber mehr
Zuletzt geprüft: 7. August 2026 · Redaktion Leguan Reisen

Kein Thema hält mehr Menschen von einer Antarktis-Reise ab als die Drake-Passage. Die 800 Kilometer zwischen Kap Hoorn und den Südshetlandinseln haben einen Ruf, der ihnen vorauseilt — und der zur Hälfte stimmt.

Zur anderen Hälfte gilt: Unter Reisenden kursieren zwei Begriffe, die alles sagen. „Drake Shake" ist die raue Variante, „Drake Lake" die spiegelglatte. Beide kommen vor, und niemand kann vorher sagen, welche Sie bekommen. Diese Seite sammelt, was wir aus den Logbüchern unserer Reisen wissen — und was Sie tun können.

Wie lange dauert die Überfahrt

Zwei Tage in jede Richtung, das ist der Regelfall. Sie verlassen Ushuaia am Nachmittag, fahren durch den geschützten Beagle-Kanal und erreichen in der Nacht offenes Wasser. Zwei volle Seetage später liegen die Südshetlandinseln voraus. Diese Tage sind nicht leer: An Bord läuft das Vortragsprogramm, es gibt die verpflichtenden Briefings zu IAATO-Regeln und Zodiac-Sicherheit, und auf dem Achterdeck folgen Albatrosse dem Schiff. Wer die Überfahrt als verlorene Zeit betrachtet, verpasst den Teil der Reise, in dem die Vorfreude entsteht.

Was tatsächlich passiert

Aus den Bordlogbüchern der Saison 2025/26 lässt sich beides belegen. Es gibt Überfahrten, bei denen die See so ruhig liegt, dass an Deck fotografiert wird und die Bar abends voll ist. Und es gibt die anderen, bei denen das Expeditionsteam Seekrankheitstabletten verteilt, die Gänge mit Seilen gesichert werden und die Hälfte der Gäste die Mahlzeiten auslässt. Der Wechsel ist nicht vorhersehbar — dieselbe Route kann innerhalb einer Woche beide Gesichter zeigen. Verlässlich ist nur eines: Nach spätestens zwei Tagen ist es vorbei, und im Schutz der Inseln wird das Wasser ruhig.

Was gegen Seekrankheit hilft

Beginnen Sie vorbeugend, nicht wenn es Ihnen schlecht geht — ist die Übelkeit da, wirken die meisten Mittel deutlich schlechter. Bewährt haben sich Scopolamin-Pflaster hinter dem Ohr, die bis zu drei Tage wirken und rezeptpflichtig sind, sowie Dimenhydrinat als Tablette oder Kaugummi. Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt, besonders wenn Sie andere Medikamente nehmen. An Bord hilft außerdem: eine Kabine möglichst mittschiffs und tief, der Blick zum Horizont statt aufs Buch, frische Luft an Deck, kleine Mahlzeiten statt Verzicht. Auf den meisten Expeditionsschiffen ist ein Arzt an Bord, der auch Injektionen geben kann, wenn nichts anderes mehr hilft.

Die Alternative: über die Drake fliegen

Es gibt Programme, die die Passage überspringen. Sie fliegen von Punta Arenas in etwa zwei Stunden auf die King-George-Insel und gehen dort an Bord. Das spart vier Seetage und macht eine Antarktis-Reise in acht statt zwölf Tagen möglich. Der Preis dafür ist doppelt: Diese Reisen kosten pro Tag deutlich mehr, und der Flug hängt vom Wetter über der Insel ab — Verzögerungen von ein bis zwei Tagen kommen vor. Wer stark seekrankheitsanfällig ist oder wenig Zeit hat, für den ist es die richtige Wahl. Wer die Anreise als Teil der Reise versteht, fährt.

Unser Rat

Lassen Sie sich von der Drake nicht abhalten. Die überwiegende Mehrheit der Gäste kommt mit vorbeugender Medikation gut durch, und wer einmal einen Wanderalbatros mit drei Metern Spannweite neben dem Schiff gesehen hat, erinnert sich später an diesen Moment und nicht an den Seegang. Wenn Sie aber wissen, dass Sie schon auf einer Ostseefähre leiden: Sagen Sie es uns vor der Buchung. Dann suchen wir eine Fly-Cruise-Variante oder ein größeres, stabilisiertes Schiff heraus.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Drake-Passage?

In der Regel zwei Tage in jede Richtung. Auf einer klassischen Antarktis-Reise entfallen damit vier der zwölf Tage auf die Überfahrt.

Wird man auf der Drake-Passage immer seekrank?

Nein. Unter Reisenden gibt es die Begriffe „Drake Shake" für die raue und „Drake Lake" für die spiegelglatte Variante — beide kommen vor. Welche Sie bekommen, lässt sich vorher nicht sagen.

Was hilft am besten gegen Seekrankheit?

Vorbeugend beginnen, bevor die Übelkeit einsetzt. Bewährt sind Scopolamin-Pflaster (rezeptpflichtig, bis zu drei Tage Wirkung) und Dimenhydrinat. Dazu Kabine mittschiffs und tief, Blick zum Horizont, frische Luft, kleine Mahlzeiten.

Ist ein Arzt an Bord?

Auf den meisten Expeditionsschiffen ja. Er kann bei schwerer Seekrankheit auch Injektionen verabreichen, wenn Tabletten nicht mehr wirken.

Kann man die Drake-Passage umgehen?

Ja, mit einer Fly-Cruise: Flug von Punta Arenas auf die King-George-Insel in etwa zwei Stunden, dort Einschiffung. Das spart vier Seetage, kostet pro Tag aber deutlich mehr und hängt vom Wetter über der Insel ab.

Welche Kabine ist bei Seegang die beste?

Möglichst mittschiffs und auf einem tiefen Deck. Dort sind die Bewegungen am geringsten. Kabinen ganz vorn oder ganz oben schaukeln am stärksten.

Was macht man während der zwei Seetage?

An Bord läuft das Vortragsprogramm des Expeditionsteams, dazu die verpflichtenden Briefings zu IAATO-Regeln und Zodiac-Sicherheit. An Deck lassen sich Albatrosse und andere Seevögel beobachten, die dem Schiff folgen.

Sind größere Schiffe auf der Drake ruhiger?

Tendenziell ja, weil sie stabilisiert sind und mehr Masse haben. Der Preis dafür sind größere Landungsgruppen und weniger Zeit an Land, weil die IAATO nur 100 Personen gleichzeitig an Land lässt.

Fragen zur passenden Reise? Wir kennen die Schiffe und die Reviere aus eigener Anschauung und sagen Ihnen ehrlich, was zu Ihnen passt — auch wenn es die kleinere Reise ist.
Persönliche Beratung anfragen →

Inhabergeführt seit 2000 · 26 Jahre Reise-Erfahrung
Leguan Reisen GmbH · Frechen bei Köln
→ leguan-reisen.de Alle Reiseziele → polar-schiffsreisen.de Polar-Portal