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Kajak in der Antarktis: 14 Plätze.

Grunderfahrung ist Pflicht, eine Eskimorolle nicht. Maximal 14 Kajakfahrer pro Reise. Und der Unterschied zwischen K-Reise und Basecamp, den viele erst an Bord bemerken.

Vierzehn Plätze pro Reise

Es gibt eine Zahl, die erklärt, warum man Kajak in der Antarktis nicht spontan bucht: Auf der Plancius und der Ortelius sind maximal 14 Kajakfahrer pro Reise zugelassen, auf der größeren Hondius 28. Bei rund 110 bis 170 Gästen an Bord bedeutet das eine Warteliste, sobald ein Termin bekannt wird.

Wer vom Wasser aus zwischen Eisbergen paddeln will, sollte deshalb früh entscheiden. Dieser Artikel erklärt, was dafür an Voraussetzungen gilt — und wo der Unterschied zwischen den beiden Kajak-Varianten liegt, den viele erst an Bord bemerken.

Es gibt zwei verschiedene Kajakprogramme

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt, und er steht in keinem Prospekt groß genug.

Reguläres Kajak — die „K"-Reisen. Im Reiseprogramm mit einem K gekennzeichnet, richten sich diese Fahrten an abenteuerlustige Gäste mit Grunderfahrung im Seekajak. Sie sind ausdrücklich nicht für Anfänger geeignet. Es fällt ein Aufpreis pro Person an. Angestrebt werden mindestens vier Ausfahrten je Teilnehmer, bis zu sechs, wenn es die Bedingungen erlauben.

Kajak im Basecamp-Programm. Hier ist deutlich weniger Erfahrung nötig. Auch Einsteiger mit grundlegender Paddelfähigkeit können teilnehmen, weil diese Ausfahrten weniger anspruchsvoll angelegt sind als auf den reinen K-Reisen. Und: Auf Basecamp-Reisen ist eine Kajakausfahrt pro Person kostenlos — es gibt überhaupt keinen Aufpreis für Spezialaktivitäten.

Wenn Sie also noch nie im Seekajak saßen, ist Basecamp Ihr Programm. Wenn Sie regelmäßig paddeln, holen Sie aus einer K-Reise mehr heraus.

Was „Grunderfahrung" konkret heißt

Der Begriff wird im Handbuch präzise gefasst, und das ist hilfreich, weil viele sich unter- oder überschätzen.

Erforderlich sind ausreichende körperliche Fitness und grundlegende Seekajak-Erfahrung. Konkret: der normale Umgang mit einem Kajak bei mäßigen Wetter- und Seebedingungen.

Was Sie nicht können müssen
Eine Eskimorolle ist ausdrücklich nicht erforderlich. Sie müssen sich in einem Seekajak lediglich wohlfühlen.

Umgekehrt gilt aber auch: Teilnehmer, bei denen sich diese Fähigkeiten klar als nicht vorhanden erweisen, können zu ihrer eigenen Sicherheit von weiteren Ausfahrten ausgeschlossen werden. Das ist keine leere Drohung — in kaltem Wasser zwischen Eisstücken ist ein Kentern kein Missgeschick, sondern ein Notfall.

Wie eine Ausfahrt abläuft

Alle Kajakausfahrten finden in sicherer Entfernung zum Schiff statt, und zu jeder Zeit steht ein Zodiac in Bereitschaft. Die Guides sind qualifizierte, erfahrene Fachleute, und jede Ausfahrt wird auf die örtlichen Seebedingungen und das Können der Gruppe zugeschnitten.

Gepaddelt wird in stabilen Doppelsitzer-Seekajaks — auf allen drei Schiffen. Das ist eine bewusste Entscheidung: Zweier sind kippstabiler als Einer und erlauben es, unterschiedlich starke Paddler zu kombinieren.

Auf den K-Reisen werden die Gruppen geteilt, sodass vormittags und nachmittags gepaddelt wird. Ziel ist, dass jeder Teilnehmer mindestens vier Sessions absolviert.

Die Einschränkung, die alles überlagert

Das Handbuch formuliert es unmissverständlich: Kajakfahren hängt von Wetter und Eisverhältnissen ab. Die Polarregionen sind darin unberechenbar. Diese Bedingungen können Ausfahrten reduzieren oder ganz verhindern.

Und dann folgt der Satz, der zählt: „Wir paddeln nur, wenn es sicher ist. Unter keinen Umständen werden diese Sicherheitsgrenzen aufgeweicht."

Wer Kajak als Hauptgrund seiner Reise bucht, sollte das einkalkulieren. Auf einer Basecamp-Fahrt im Dezember 2025 kamen sieben Ausfahrten in fünf Tagen zustande — bei ruhiger See und leichtem Wind. Das war Glück, nicht Norm.

Was gestellt wird — und was Sie selbst brauchen

Die wesentliche Kajakausrüstung ist kostenlos an Bord vorhanden:

  • Sieben Doppelsitzer-Seekajaks auf Plancius und Ortelius, 14 auf der Hondius
  • Paddel mit Tropfringen
  • Neoprenanzüge (4 mm) in verschiedenen Größen
  • Spritzdecken
  • Wasserdichte leichte Jacken (Cagoules)
  • Schwimm- beziehungsweise Kajakwesten
  • Neoprenschuhe
Zwei Dinge, die Sie selbst mitbringen müssen
Neoprenhandschuhe. Normale Handschuhe aus Gore-Tex oder Leder sind nicht empfehlenswert — sie erhöhen das Risiko einer Unterkühlung und sind beim Paddeln unangenehm. Für kaltes Polarwasser sind Neoprenhandschuhe die richtige Wahl.

Beides — Handschuhe und gegebenenfalls eigene Neoprenschuhe — bekommen Sie in Tauch-, Kajak- und Surfläden. In Ushuaia ist spezielle Kajakausrüstung in der Regel nicht zu kaufen.

Ein praktischer Hinweis: Reservieren Sie Ihre Größen vor der Abreise. Die Grundausstattung ist an Bord, aber sie ist nicht in unbegrenzter Zahl in jeder Größe vorhanden.

Was man vom Kajak aus sieht

Der Unterschied zum Zodiac ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Stille. Ein Kajak macht kein Motorengeräusch. Deshalb bleiben Tiere, die vor einem Schlauchboot abtauchen, oft einfach liegen.

Aus den Abschlussberichten der Kajakguides einer Dezemberreise: Buckelwale dicht bei den Booten, eine Weddellrobbe auf dem Eis aus nächster Nähe, Adéliepinguine, die neben den Kajaks schwammen — und eine Passage durch den Iceberg Graveyard bei Pléneau Island, jene flache Bucht, in der gestrandete Eisberge liegen bleiben, bis sie zerfallen.

Der Eintrag zu einem Vormittag bei Stony Point besteht aus drei Wörtern: „Whales, Whales and more Whales."

Unsere Empfehlung

Wenn Sie Kajakerfahrung haben und Ihre Reise danach ausrichten wollen: eine K-Reise, früh gebucht, Größen vorab reserviert, Neoprenhandschuhe im Gepäck.

Wenn Sie es einmal ausprobieren möchten, ohne dass die ganze Reise davon abhängt: Basecamp. Eine Ausfahrt ist inklusive, die Anforderungen sind niedriger, und wenn das Wetter nicht mitspielt, haben Sie trotzdem eine vollständige Antarktisreise gebucht.

Kajak in der Antarktis – die häufigsten Fragen

Die Angaben stammen aus dem Kajak-Handbuch der Reederei sowie aus Bordlogbüchern der Saison 2025/26.

Braucht man Kajakerfahrung?

Für die regulären K-Reisen ja — sie sind ausdrücklich nicht für Anfänger geeignet. Verlangt werden ausreichende Fitness und der normale Umgang mit einem Seekajak bei mäßigen Wetter- und Seebedingungen. Im Basecamp-Programm genügt grundlegende Paddelfähigkeit, dort können auch Einsteiger teilnehmen.

Muss man eine Eskimorolle beherrschen?

Nein, das ist ausdrücklich nicht erforderlich. Man muss sich im Seekajak lediglich wohlfühlen.

Wie viele Plätze gibt es pro Reise?

Maximal 14 Kajakfahrer auf Plancius und Ortelius, maximal 28 auf der Hondius. Deshalb sind die Plätze früh vergeben.

Wie viele Ausfahrten sind geplant?

Vier bis sechs, je nach Bedingungen. Auf Reisen mit Kajak-Aufpreis wird die Gruppe geteilt und vormittags wie nachmittags gepaddelt; angestrebt sind mindestens vier Sessions pro Person.

Was kostet Kajakfahren?

Auf Basecamp-Reisen ist eine Ausfahrt pro Person kostenlos — dort fällt für Spezialaktivitäten kein Aufpreis an. Auf den anderen Reisen mit Kajak-Option wird ein Zuschlag pro Person berechnet.

Welche Ausrüstung wird gestellt?

Kajaks, Paddel mit Tropfringen, 4-mm-Neoprenanzüge in verschiedenen Größen, Spritzdecken, wasserdichte leichte Jacken, Schwimmwesten und Neoprenschuhe — kostenlos an Bord. Die Größen sollten vor der Abreise reserviert werden.

Was muss man selbst mitbringen?

Neoprenhandschuhe. Handschuhe aus Gore-Tex oder Leder sind nicht geeignet, weil sie das Risiko einer Unterkühlung erhöhen und beim Paddeln unangenehm sind. In Ushuaia ist spezielle Kajakausrüstung in der Regel nicht erhältlich.

Wie sicher ist Kajakfahren in der Antarktis?

Alle Ausfahrten finden in sicherer Entfernung zum Schiff statt, ein Zodiac steht jederzeit bereit, und die Guides sind qualifiziert. Gepaddelt wird nur, wenn es sicher ist — diese Grenze wird unter keinen Umständen aufgeweicht.

Kann eine Ausfahrt ausfallen?

Ja. Wetter und Eisverhältnisse können Ausfahrten reduzieren oder ganz verhindern. Wer Kajak zum Hauptgrund der Reise macht, sollte das einkalkulieren.

Welche Kajaks werden verwendet?

Stabile Doppelsitzer-Seekajaks auf allen drei Schiffen. Zweier sind kippstabiler und erlauben es, unterschiedlich starke Paddler zu kombinieren.

Wo Sie mit uns paddeln können

Kajakplätze sind das erste, was auf einer Reise ausgebucht ist. Wenn Sie fest damit planen, sprechen Sie uns früh an.

Kajakplätze sind pro Abfahrt streng begrenzt — fragen Sie frühzeitig nach freien Terminen.
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